Sonnenaufgang in Santander und dann durch was schöne Kantabrien

Morgens im Morgengrauen standen Miguel und ich auf und machten uns wie versprochen aus dem Staub, wobei wir dem Wachmann nochmal dankten für seine Hilfe. Letztendlich hatten wir auch nichts bezahlt.

Wir fuhren den gleichen Weg am Strand zurück, und die Sonne ging gerade auf. Das war schon ein toller Anblick und eine schöne Stimmung.
Ich lud den König der Diplomaten noch zu einem Frühstück in einer coolen Cafeteria mit alten Fahrrädern an der Decke  ein,  und dann trennten sich unsere Wege, ich fuhr weiter gen Westen und er versuchte, einen Zug nach Madrid zu finden, der auch sein Rad mitnehmen würde.

Kantabrien war, wie erwartet, deutlich weniger bergig als das Baskenland, so dass mein Plan in dieser Hinsicht aufging. An einer (natürlich verschlossenen) Kirche traf ich Ida und Bernhard, die auch mit Rädern unterwegs waren (ich hatte immer von allen Radfahrern am meisten Gepäck). Wir beschlossen, gemeinsam zu mittag zu essen, und kamen ins Gespräch. Sie waren beide Musiker (Klassik), sie Sopranistin und er Trompeter. Supernettes Paar!

Später in der Herberge trafen wir uns wieder und aßen nochmal zusammen. Sie waren die bergigere Fussroute gefahren, während ich die Straßenversion vorzog. Das ist schon lustig wenn man sich so öfter wieder trifft.

Hier ein paar Eindrücke der Fahrt:

Statistik: 75 km, 1255 hm, verschlossene Kirchen viele (in Frankreich waren die alle offen – warum ist hier immer alle zu?)

Leikeito über Gernika nach Bilbao und eine abenteuerliche Fahrt nach Santander

das abbauen gibt heute morgen etwas langsam wegen der Rippe, aber es ging ansonsten OK. Ich fuhr wie geplant auf einer kleinen Landstraße und über den ersten „250er“ (erscheint wenig, muss man aber immer etwa von Meereshöhe rechnen). Die Landstraße war sehr wenig befahren, meine Strategie ging also gut auf. Super schöne Landschaft trotz des bedeckten Himmels.

Manchmal erinnerte es mich fast ein wenig an Österreich.

Nach einer schonen Abfahrt kam ich schließlich nach Gernika (heute politisch korrekt mit der baskischen Schreibweise), das 1937 von deutschen Bombern dem Erdboden gleich gemacht wurde, um neues Kriegsgerät zu testen und General Franco zu unterstützen. Dadurch ist es zum Symbol für sinnloses zerstören und morden im Krieg geworden. Das wurde unterstützt durch Picassos Bild „Guernica“ (in der damals üblichen spanischen Schreibweise)

Am Ortseingang machte ich ein selfie mit dem Ortsschild, woraufhin gleich ein Polizist in voller Rüstung aus der dahinter befindlichen Polizeiwache geschossen kam und fragte was ich denn fotografiere. Das hatte ich gar nicht gesehen… Er war aber sehr nett und verständig und wünschte mir einen guten camino nachdem ich ihm alles erklärt hatte. Der Geländewagen auf dem bildnist ein Polizeiauto.

Ich schaute mich etwas in Gernika um, ein hübsches Städtchen, dem man heute kaum noch ansieht, dass es fast komplett zerstört war.

Danach, da Gernika in einem Talkessel liegt, hieß es wieder klettern, aber auch das war gut machbar. Die Landschaft war wirklich toll, und letztendlich kam ich statt nach Bilbao nach Portugalete, weiter Richtung Meer gelegen. Dort gibt es etwas, das mich als Rendsburger besonders interessierte: neben der Rendsburger Schwebefähre die einzige weitere in Europa! Diese hier hing an einem eigenen Gerüst während die in Rendsburg ja unter einer Eisenbahnbrücke hängt.

Msste ich natürlich mit fahren, klar!

Auf der anderen Seite angekommen, dachte ich, es wäre eine gute Idee, mit dem Zug nach Bilbao zu fahren, denn ich wollte von dort ja sowieso mit dem Zug weiter. Ha, da hatte ich nicht mit den streikfreudigen Spaniern gerechnet! Ich wartete ewig auf den Zug, kam schließlich nach Bilbao, um festzustellen, dass die andere Bahngesellschaft auch streikte!

Schließlich kam dann aber doch der Zug, ich traf Miguel, der auch mit Fahrrad und Gepäck unterwegs war und nach Madrid zurück wollte. Wir kamen ins Gespräch, er war ein richtig netter Typ, 38 Jahre und Philosophielehrer im Jaen. Wir stellten fest, dass der Zug für die 80 km nach Santander tatsächlich 3 Stunden dauern sollte. Wie die Spanier das schaffen muss ich mir auf einer Schienenkarte nochmal anschauen. Miguel rief beim Campingplatz an, bis wann wir einchecken könnten, bis 23 h hieß es. Super, wir hatten also eine halbe Stunde wenn der Zug keine Verspätung hatte. So ging es nach der Ankunft in wilder Fahrt durch das nächtliche Santander, wo gerade jede Menge Leute irgendein Festival feierten, wir kamen um 3 Minuten nach elf an, und der Sicherheitsmann sagte es sei jetzt zu, wir kommen hier nicht rein. Bumm. Drei Minuten zu spät, das war schon sehr unspanisch.

Miguel verdiente sich den Pulitzer-Preis der Diplomatie und redete solange auf den Kerl ein, bis er tatsächlich ein Herz hatte und uns „under cover“ auf den Platz ließ. Kein Zelt, und um 7 müssten wir wieder weg sein, Sonst bekäme er Ärgemit Versprochen! Besser als irgendwo zu schlafen, denn wild campen ist in Spanien verboten und gibt richtig Stress mit der Polizei wenn man erwischt wird.

Bei der ganzen Aufregung habe ich natürlich keine Zeit gehabt Fotos zu machen, obwohl Santander nachts ziemlich gute Motive gehabt hätte.

Statistik: gefahren ca. 90 km, ca. 1000 hm, Zugfahrt 3 h, warten auf Züge 2 h, wilde Fahrt durch nächtliches Santander ca. 5 km

Baskenland, whow ist das steil hier! Und upps, ist die Mauer nah…

Heute morgen hielt mich nicht viel auf dem Campingplatz, so ging es wieder früh raus. Und erstmal über die grosse Strasse, was mir zwar nicht gefiel, denn es herrschte einiges an Verkehr, aber von hier aus ging es nicht anders. 

San Sebastian am frühen morgen ist wirklich schön, un der Kathedrale bekam ich von einem sehr ehrwürdigen Padre einen Stempel, ein elektronisches Licht anzünden wollte noch aber nicht. Echte Kerzen sind schöner.

Ich fand meinen Track, der meist etwas von den ganz grossen Straßen wegführt, und radelte fröhlich in den Tag, rechts ein Begrenzungsmäuerchen, vorne irgendwo das Meer, da kam die Mauer plötzlich doch sehr nah, die vordere Gepäcktasche verhakte an der Mauer und ich lag auf der Nase!. Zum Glück kam gerade kein Auto, und bevor der herannahende Verkehr da war, sammelte ich meine sieben Sachen von der Strasse (Lenkerhorn war wieder abgeflogen) und begutachtet die Situation. Maschin reparabel, Kapitän leider lädiert: der typische Schmerz einer (an)gebrochenen Rippe zog durch den linken Brustkorb. Sch…, nicht jetzt, dachte ich. Doch bei genauerer Analyse der Geschichte befand ich das als weniger schlimm als ich es in der Vergangenheit schon erlebt hatte, und fuhr erstmal weiter. Es ging gut, ich hatte etwas Zeit zum nachdenken und  beschloss, mich durch eine (an)gebrochene Rippe nicht ins Bockshorn jagen zu lassen. Also fahre ich jetzt mit einer zumindest angebrochenen Rippe weiter durch Spanien und werde ein paar Anpassungen an die weitere ReisePlanung machen müssen, denn die gaaanz steilen Anstiege fallen doch schwer, weil ich nicht so voll am Lenker ziehen kann. Die bauen hier Straßen, ich wusste gar nicht dass es Gerät gibt, das solche Straßen bauen kann. Die Dampfwalze schafft das jedenfalls nicht!

Dir Änderungen der Planung sehen so aus: heute geht es normal weiter und morgen auch (so es denn geht, das sehr ich eben erst morgen). Morgen abend nehme ich von Bilbao einen Zug nach Santander, um etwas Zeit zu gewinnen, u d ich werde mehr auf den größeren Landstraßen fahren als geplant, denn die sind weniger steil. An den meisten orten sind die Landstraßen wenig befahren, das geht dann sehr gut habe ich festgestellt.

Also ging es weiter bis Leikeitio auf einer wunderschönen Küstenstraße

Dort mal wieder camping. Ich fand es am schmerzhaftesten, mit der Rippe zu liegen, fand aber zwei akzeptable Positionen, und schlief dank Thermarest sehr gut.

Statistik: 82 km, 2018 hm (bitte kleinen Applaus, der erste Zweitausender), Rippe kaputt 1, Leute, die anhielten oder fragten ob sie helfen könnten 0 (ja, null. Keine Sau hat das interessiert. Sehr beruhigend)

Das Meer, eine Reparatur und endlich Spanien!

morgens war ich wieder früh weg, denn das Wetter war super und es ging schön flach immer amfluss entlang durch die ganze Welt:

Großbritannien (an der Schreibweise müssen wir noch etwas arbeiten)

Neuseeland (Kiwis an Rebstöcken)

Südamerika

Mexiko (Dahlien sind ursprünglich aus Mexiko)

Und später kommt noch ein Land. Ihr könnt wetten aufstellen, Einsatz bitte auf das Konto des Friedensdorfes.

Aber vorher erreichte ich Bayonne, durch das flache Terrain ging die fährt gut voran. Die erste grössere Stadt seit einiger Zeit. Hier sollte es doch einen fahrradladen geben, der einen Lowrider, also einen Träger für die vorderen Gepäcktaschen hat. Ich fan einen, komische bude, aber sehr hilfsbereite wenn auch ahnungslose Dame. In Bayonne war Volksfest mit einer Art Volks-Triathlon oder so etwas, alls als Basken verkleidet (ach New, die sind hier echt), und so war erstmal dir Hälfte Dr Läden, die Madame netterweise anrief, zu. Und die andere Hälfte hatte so ein ding nicht.
Schließlich tauchte der Besitzer vauf, der zwar auch nichts anbieten konnte, ich konnte ihm aber erklären, dass ich inzwischen ein Konzept zur Reparatur des vorhandenen Trägers hatte, wenn er mit 10 cm eines Stahlrohr es, das ich in seiner Werkstatt gefunden hatte, abtreten würde. Das tat er, seine nittagsmause war eh hin, und mit radebrechend französische, spanisch und viel gutem Willen schafften wir es, das. Gebrochene Aluminiumauge durch eines aus (Edel)Stahl zu ersetzen. Bitte sehr:

Die Werkstatt war etwas ungewöhnlich für einen Typ, der eigentlich mit E-Bikes sein Geld verdiente:

Am Ende wollte er auch noch nicht mal Geld dafür sondern ich sollte ihm eine Kerze anzünden wenn ich nach Santiago komme. Mach ich. Vielen dank!

Weiter ging es nach St.Jean-de-Luce, der heimlichen Hauptstadt des Baskenlandes. Das war vjetzt malneine ganz andere Welt, die da auf mich einstürzte, laute, schrille Buden mit Touristenkitsch, ein typischer Urlaubsort an der Biskaya. 

Schnell wieder weg, aber das war gar nicht so einfach. Die ganze Region ist fest in Touristenhand und dementsprechend unangenehm zu fahren, denn die gestressten Autofahrer waren nicht mehr respektvoll und vorsichtig sondern ziemlich rüpelig. 

Ein highlight kam noch, das ging leider etwas im Trubel und in meiner Müdigkeit unter: ich habe Spanien erreicht!!!! Ich habe tatsächlich Frankreich einmal komplett mit dem Fahrrad durchquert! Das war schon ein sehr volles Gefühl. Und das sechste Land des heutigen Tages. Nur, dieses war echt.

Ein wenig abseits vom größten Rummel gab es ins Herberge, die aber voll war. Also camping, direkt neben einer vielbefahrenen Nationalstraße. Super-platz für einen Campingplatz, aber was solls, ich bleib ja nicht lange.

Statistik: 99,4 km (immer noch keinen Hunderter), 922 hm, die fast alle dann in Spanien, also bisher bin ich vom Baskenland nicht sehr beeindruckt.

Aus der Pampa Richtung Meer, es wird flacher

Alle brachen morgens nacheinander auf, was für mich interessant war, denn sie kannten sich vom weg und gingen doch alle unabhängig voneinander. Ist eine interessante Dynamik. Ich wartete noch einen Schauer ab und fuhr dann auch los, wobeinich den einen oder anderen nochmal überholte. Ich blieb noch eine Weile auf dem ursprünglichen weg, der dem offiziellen camino nah folgt und fand in Arzacq eine nette Idee für Pilger: jeder sollte auf einer Karte einen Pin dahin setzen wo er zu Hause war. Oder sie natürlich. Hier ist meiner:

Danach fuhr ich dann weiter nördlich als der eigentliche camino, der Jan nach St. Jean Pied de Port ging, was ich aber jetzt umschiffen wollte. Man konnte das Meer schon förmlich riechen, der bwind war schon seit ein paarvtagen anders, wilder und unregelmäßiger, so wie ich ohne aus Norddeutschland kenne. Seewind eben, ganz anders als oben im Aubrac. Immer wieder musste ich auch heute schauern ausweichen.

Ich weiss garnichr mehr eines war, doch, in Orthez, da fand ich dann doch noch meine coole Brücke, die ich ja in Cahors verpasst hatte. Nicht ganz so cool, aber immerhin

Ich blieb schließlich auf einem Campingplatz in Peyrehorade (ich hab auch geschluckt),bein Ort ohne Internet. Jedenfalls habe ich keines gefunden. Auchbkeine Bar oder Café, zumindest gab es einen Supermarkt.

Statistik: 3 km, 1014 hm, Internet null, coole Brücken 1

Von Condom in die wildeste Pampa zu einem wilden Abendessen

Ich erwachte von dem charakteristischen Geräusch von Nieselregen auf der Zeltbahn. Och nö, oder? Na, schnell die Morgentoilette, und schon bald fuhr ich von dem etwas sterilen aber sonst gut ausgestatteten Campingplatz in den grauen Tag. Nach 10 Minuten zog ich die Regenklamotten an. Es besserte sich zwar, aber wich wurde heute mehrere male nass, wenn auch immer nur ein bisschen. Die Gegend war nach wie vor deutlich hügelig, wenn die größeren Berge sich auch verabschiedet hatten.

Eigentlich gibt es nicht allzu viel zu erzählen zu dem Tag, ausser dass ich durch mehrere Regenpausen irgendwie nicht so richtig voran kam. In Nogaro (nein das liegt nicht in Japan) traf noch zwei Österreicherinnen, die in Salzburg los gefahren waren. Es stellte sich aber heraus, dass die zwei mit 100 -140 km am Tag in einer anderen Liga fuhren als ich und auf dem weiteren Weg über holten sie mich dann auch und waren bald nicht mehr gesehen. Die sind wahrscheinlich schon in New York…

Die beiden wollten aber schnell an die See um St. Jean-Pied-de-Port zu vermeiden, das um diese Jahreszeit wohl nur voll von Pilgern ist und sonst nicht allzu viel zu bieten hat. Daraufhin überdachte ich meine Route auch nochmal und beschloss, ab morgen auch möglichst direkt Richtung Meer zu fahren, das nämlich gar nicht mehr so weit weg war.

Ich bemerkte plötzlich ein komisches quietschen am Rad, u d eine genauere Analyse ergab dass der lowrider, also der vordere Träger für die Taschen, an einer Öse gesprochen war. Hm, das war natürlich blöd, denn diese Teile sind in Frankreich wenig bekannt und wahrscheinlich schwer zu bekommen. Ich schaffte es, die Konstruktion mit Ersatzspeichen, Kabelbindern und zwei alten Holzlatten so hin zu bekommen, dass ich weiterfahren kann. Von nun an fragte ich natürlich in jeden Ort, ob es dort einen Fahrradladen gab. Aber Montag ist in Frankreich der neue Sonntag und fast alle Läden haben zu…

Ich fuhr bis relativ lange in den abend und endete in einer Gegend ohne Campingplätze und ohne alles. Nur Äcker und wiesen. Und doch, dem Internet sei dank, fand ich doch noch eine Herberge. Dort traf ich eine ganze Gruppe Franzosen, und natürlich den Quotenholländer, die da ein Happening veranstalteten. Auf den Foto fehlen zwei.

Es stellte sich heraus, dass die eigentlich nicht alle zusammen gehörten sondern sich bei der Wanderschaft immer wieder über den weg gelaufen waren. Die Jungs hatten jedenfalls den halben Hofladen leer gekauft und machten nun ein witziges aber leckeres Abendessen, zu dem ich eingeladen war. Ich war ganz froh, zumindest eine Flasche Wein und etwas Käse beisteuern zu können.

Fotos gibts morgen, ich hab kein WLAN zum hochladen…

Statistik: 79,4 km, 879 hm, verrückte Österreicherinnen 2, verrückte Franzosen mehrere

Moissac nach Condom (wer lacht da?) – keine besonderen Vorkommnisse

heute morgen überraschte mich die Wirtin der Herberge damit, dass ich viel weniger zahlen musste als ich erwartet hatte. So ein tolles Abendessen wie wir bekommen hatten und ein so phantastisches Frühstück, das konnte doch nicht so billig sein. „Abendessen geht auf uns, steck das Geld in Deine Spendenbox“. Das war ja nett! Ich hatte am Abend von der Spendenaktion erzählt, und sie wollten sich auch beteiligen. Vielen Dank, ich werde den entsprechenden Betrag in den Topf werfen.

A propos Spenden: wer spenden möchte kann das über verschiedene Wege tun, die sind hier beschrieben. Direkt ans Friedensdorf, mit Spendenbescheinigung, oder wer das einfacher findet über PayPal an mich, ich leite alle Spenden dann weiter. Ich kann allerdings keine Spendenbescheinigung ausstellen. Für Lions-Freunde: wenn Ihr mit dem Stichwort Colognesantiago an den Lions-Förderverein spendet kriegen wir das sicherlich als zweckgebundene Spende in die richtigen Bahnen geleitet. Das ist für Euch vielleicht einfacher.

Heute morgen schaute ich mich noch etwas in Moissac um, besuchte die imposante Klosterkirche mit einem interessanten Mix aus romanischen und gotischen Stilepochen ging über den Markt und machte ich schließlich auf weiter Richtung Südwesten.

Ich über querte die Garonne auf einer beeindruckenden Brücke

Und kam durch jede Menge Apfelplantagen

Dann wurde es wieder etwas hügeliger, mit vielen kleinen fiesen anstiegen, aber immer mit toller Aussicht,bis ich schließlich das Land von Cyrano de Bergerac und d’Artagnant, den es im Gegensatz zu ersterem tatsächlich gegeben hat, die Gascogne erreichte. Und durch Weinberge erreichte ich schließlich Condom (lacht da schon wieder einer?) – die Stadt heißt tatsächlich so. Und hier gibt es ein Denkmal für die fünf Musketiere. „Fünf?“ werdet ihr fragen. Ja, der fünften ist bin der Literatur wenig erwähnt, doch stehen seine Heldentaten denen der anderen vier in nichts nach. Hier der Beweis:

Ich glaub ich sollte doch ins Bett, der gascogner Wein fordert seinen Tribut.

Statistik: 83 km, 1067 hm (auf und ab genau gleich viel heute), Musketiere 4  (oder doch 5?)

Gesamte Kilometer seit Köln: 1550!!

Saint-Cirq-Lapopie Am frühen morgen und Moissac am Abend

Heute morgen bin ich wieder früh raus, kam aber erstmal nicht weit, denn das Dorf Saint-Cirq-Lapopie, dessen Namen ich hier zur allgemeinen Unterhaltung gerne nochmal wiederhole, war am morgen wirklich atemberaubend. Es war als ob durch den Hochnebel in eine andere Zeit gekommen wäre. Das ganze Dorf war noch im mittelalterlichen Stil erhalten, un unglaublicher weise in den Fels gebaut und ich war komplett alleine dort. Es hatte fast etwas gespenstischen.

Dadurch kam ich nat,Ulrich zeitlich etwas in Verdrückung, liesses mir aber nicht nehmen, den Fußweg am Wasser zu nehmen. OK, ich wollte ja Abenteuer:

Na, auch das habe ich geschafft mit meiner Rosinante, und es ging nach Cahors, dervbeinzigen etwas größeren Stadt heute. Hier war ich so im Tran, dass ich zwar den Marktplatz und ein Lebensmittelgeschäft fand, aber nicht geschnlltvhabe, dass das hier der Ort mit dieser irren mittelalterlichen Brücke ist, die ich sehen wollte. Hier mal ein Bild. Und ich Vollhorst verpasste das Teil. Na, als ich das bemerkte war es zu spät, und ich finde, die Zeit in dem Dorf mit dem lustigen Namen war auch gut investiert.

Munter weiter ging es durch Sonnenblumenfelder bis nach Moissac, wo ich in einem Hostal unter kam, das von einem irischen Paar geleitet wird. Ich traf eine schwedisch-amerikanische Familie, die den Camino schon mehrfach in verschiedenen Etappen gelaufen ist, also quasi Profis, und deren kleinster Sohn ist vier! Der geht aber meistens im Buggy mit.

Statistik: 99,8 km, 1198 hm, von denen man aber nicht so viel gemerkt hat, verpasste Brücken 1, Zeitreisen auch 1

Conques bis Saint-Cirq-Lapopie (und das heißt wirklich so)

Wie ich mir ja vorgenommen hatte ging es heute Morgen schon viiiiel besser, ich startete früh und ohne Frühstück. Das Dorf und die Abtei im Hochnebel in der Schlucht hatten etwas mystisches, und der weg ging bergab, daher kam ich schon früh gut voran. Ich fand einen netten Platz für mein Frühstück und der ganze Tag verlief sehr schon mit wenigen anstiegen und einer deutlich sich andernden Landschaft. Dasgebirge schien nun erstmal passé, und ich folgte dem Fluss Lot (gesprochen wie „Schrott“, also mit dem t bitte). Auch das Tal des Lot wandelt sich immer wieder und hat alle paar Stunden einen völlig anderen Charakter.

Ich entschied, nicht meinem Track zu folgen, sondern eben dem Lot, worin ich durch einen hier lebenden Amerikaner bestärkt wurde, der sagte, er verstehe gar nicht warum die Pilger alle durch die Hügel laufen wenn es hier am Fluss so schön ist. 

Gegen Ende des Tages folgte ich dem Fluss entlang einer Strasse, die in eine Felswand gehauen war, was für mich Flachlandtiroler natürlich ziemlich spektakulär war.

Ich kam schließlich nach Saint-Cirq-Lapopie, wo ich auf dem Campingplatz mein Zelt aufbaute, im Fluss baden ging und mich ziemlich bald ins Bett machte.

Statistik: 94 km, 1202 hm, Preis für Campingplatz, kleines Zelt: 17 € (in Worten siebzehn.), Bad im Fluss war immerhin mit drin.