Heute morgen fuhr ich erst einmal mit Leonie zum Busbahnhof, denn sie wollte ja weiter nach Porto. Sie hatte dort einen günstigen Flug nach Hause. Ist ubrigens ein Tip, wenn Fluge ab Santiago sehr teuer sind, man kann manchmal ab Porto günstiger fliegen. Bus dauert Drei Stunden und kostet ca. 32 € incl. Fahrrad.

Nun hatte ich reichlich Zeit, und der erste offizielle Akt war natürlich, mir meine Compostela, also die Pilgerurkunde abzuholen. Als ich gegen 10 Uhr dort war war es noch nicht so voll.

Ich meine das ernst, denn als ich ging, standen die Pilger bereits aus der hinteren Tür wieder hinaus. Und die ganze Prozedur ist sehr effizient und zügig. Ich ließe mir noch eine Bestätigung über die 2553 km ausstellen, die ich gefahren bin, denn das ist ja schon mal was, was man nicht jedes Jahr macht. Ich jedenfalls nicht, in Ermangelung der Zeit…

So sieht das Ding dann aus:

Der Mensch, der die Urkunde ausstellte, war sichtlich beeindruckt und ließ sich von mir auch die Spenden-Idee erklären. Ich zeigte ihm einen Flyer vom Friedensdorf, den er auch gerne behalten wollte. Macht wohl nicht jeder Pilger, dass er mit seinem Camino auch was für andere tun möchte.

Ich fand ein Hostal in der Nähe der Innenstadt und versuchte, mich an einige Ecken zu erinnern, an denen ich vor so vielen Jahren mal gewesen war. Die alte Chemie-Fakultät fand ich relativ problemlos wieder.

 

Das Wohnheim, in dem ich gewohnt hatte (war nicht gerade romantisch, war schon schwieriger, denn die damals kaum vorhandenen Bäume drum herum waren mächtig gewachsen. Heute ist dort eine Art Blutspende Dienst und ein teil der Universität untergebracht

auf dem Rückweg in die Innenstadt machte ich die Aufnahme, die wohl jeder aus Santiago kennt. Das photo, das ich vor 23 Jahren gemacht hatte ist besser…

Ich ging natürlich auch in die Kathedrale, umarmte den alten Jakob und besuchte eine Pilgermesse. Die Kathedrale hat so viele einzelne Highlights, dass man das gar nicht alles zusammenfassen kann. Der Bling um den Altar, alles in Gold und Silber, die verschiedenen Bauepochen, die sich zu einem etwas zusammengewürfelten Gesamtkustwerk zusammenfügen, oder alpine die barock-Orgel, die schon sehr beeindruckend ist. Ansonsten wird hier vor allem Massen Berieselung geboten, eine Messe jagt die andere. Besinnlichkeit findet man eventuell ein wenig in den kleinen Seitenkapellen, die teilweise sehr schön sind. Aber die katholische Kirche hat es ja immer schon gut verstanden, das Geschäft und den Glauben miteinander zu verbinden… Dazu morgen noch eine Anekdote.


Eines der Highlights die man in Santiago erleben kann, ist das Schwenken des grossen Weihrauchfasses, des Botafumeiro. Das gab es in dieser Messe nicht. Leider.