Heute morgen fuhr ich erst einmal an der Landstraße entlang weiter, wenig spannend aber es war keine sinnvolle Ausweichstrecke verfügbar. Nach kurzer Zeit km ich an die Grenze zu Gelicien (bitte mit c, das Galizien mit z liegt in Polen). Dahin ging es an der autobahn entlang auf einem sehr schmalen Fußweg ca. 30 m über dem Wasser…

Dann hatte ich galicischen Boden erreicht

In Ribadeo wollte ich die vorderen Packtaschen nach hause schicken, denn mit dem kaputten Lowrider mochte ich nicht weiterfahren. Ich hatte Angst, dass mir etwas in die Speichen kommt und dann ware ein böser Sturz die Folge…

Einen Karton hatte ich bald, auch einen netten Menschen, der mir das Paket mit Packband kostenlos verschnürte. Aber dann bei der Post sagte man mir, es solle 45€ kosten und die Werbung und die alten Barcodes auf dem Karton dürften nicht zu sehen sein. Also Packpapier gekauft, alles nochmal verpackt, dann ging das Internet im Postamt nicht, alles in allem kostete mich das geschlagene zwei Stunden!

Völlig entnervt fuhr ich weiter, ich wollte mir noch ein Highlight ansehen, von dem mir viele Spanische Freunde und auch einige Pilger erzählt hatten: die Playa de las Catedrales, die ganz in der Nähe von Ribadeo fast auf meinem Weg lag. Man kann sich vorstellen, dass ich dort nicht alleine war. Der Name kommt daher, das an dieser Stelle hohe Felsen mit Höhlen direkt aus dem Strand heraus wachsen, was eine ganz tolle Landschaft bildet. Ohne die ganzen Leute hätte ich hier mit Fotoausrüstung Stunden verbringen können!

Aber man sieht schon, die war einiges los. Schnell weiter, die letzte Gelegenheit genutzt, ein Bad im Meer zu nehmen, dann bog ich links ab Richtung Berge. Und das war zunächst entlang der Landstrasse. Und da stand ein Radfahrer und nestelte in seinen Packtaschen. Nein, in ihren Packtaschen: Leonie aus den Niederlanden. Sie Fütterte mich mit Schokolade und schon war sie mein Freund. Sie war schon ziemlich abgekämpft und wollte zu der selben Herberge wie ich, also beschlossen wir, ein Stück zusammen zu fahren. Das bist bein Fahrradfahrern, die sich gar nicht kennen, nicht ganz so einfach, denn das Tempo ist oft ziemlich unterschiedlich. Es passte aber gut zusammen, und wir kamen zusammen in Mondañedo an, ein niedliches kleines Städtchen in den Bergen. Vorher fanden wir noch eine Kirche, die geöffnet war und deren Küster (oder größter Fan) uns einiges darüber erzählte und ein kleines privates Orgelkonzert gab.

Die Fassade stammte vom selben Baumeister wie die von der Kathedrale in Santiago, wie er uns stolz erzählte.

Die Landschaft wurde immer bergiger und bescherte und eine Bergankunft in Mondañedo, das seinerseits eine kleine Kathedrale hat. In der Herberge wurde das Geld von der lokalen Polizei eingesammelt, ein furchtbar offizieller Akt, der mich ziemlich schmunzeln ließ. Wenn die Polizei sonst Geld von mir will habe ich vorher irgendwas falsch gemacht…

Statistik: 62,7 km, 766hm, Bäder im Meer 1, etwas chaotische Holländerinnen auch 1