Heute morgen regnete es. Auch die ganze Nacht schon, und trotzdem war um 5:30 h die Nacht vorbei, denn ein paar übermotivierte Fusspilger mussten unbedingt mitten in der Nacht aufstehen und hatten alles einzeln in Plastiktüten verpackt. Grummel. Also bin ich auch raus und stand um 7:30 h im Regen auf der Strasse.

Und hatte ÜBERHAUPT KEINE LUST.

Also bin ich erstmal nach Gijon gefahren, das war nicht weit. Gijon gilt als die heimliche Perle des Nordens, eine schone Großstadt, im Schatten der Provinzhauptstadt Oviedo, aber eben am Meer gelegen. Aber bei dem regen konnte ich das leider nicht richtig würdigen. Also verkroch ich mich in eine Cafeteria und schrieb etwas am Blog. Danach hatte sich zwar der Regen immer immer noch nicht gelichtet, aber ich musste weiter. Immer noch lustlos, trödelte ich vor mich. Während einer Pause an einem Bushäuschen horte es dann tatsächlich auf zu regnen und ich fuhr durch ein nettes grünes Tal weiter. Ich kam an diesem Schild vorbei. Da steht drauf, dass der folgende Streckenabschnitt besonders unfallträchtig sei. Ich dachte noch :“ Was? Hier? Hier ist doch nichts!“ – und wenige hundert Meter weiter sah ich schon einen im Graben liegen. Zum Glück war keinem etwas passiert, aber er musste wohl schweres Gerät zur Bergung seines Autos holen…

Ich fuhr eine Abkürzung, die mich direktamente auf das Betriebsgelände eines Arcelor Walzwerke führte, aber nicht mehr hinaus. Ich fuhr zwischen den beeindruckenden Installationen und zischenden und dampfenden Heißdampfleitungen umher bis schließlich eine streng dreinblickende Dame in einem Wagen der Sicherheitsfirma auftauchte. Flucht nach vorne: „Entschuldigen Sie, ich glaube ich habe mich verfahren“, (was der Wahrheit entsprach), „Wie komme ich hier wieder raus?“- Sie war so freundlich und deutet mir mit weiterhin unveränderter Miene, ich solle hinter ihr her fahren und brachte mich zum Ausgang. Da standen vielleicht riesige Transporte rum! Man machte gerade einen Sondertransport mit Teilen für ein Windrad fertig, mit Polizeieskorte und allem. Gigantisch, diese Teile mal nah zu sehen. Wegen der strengen Sicherheitsfrau habe ich mich nicht getraut, Fotos zu machen…

Ich kam schließlich nach Avilés,das mich sehr beeindruckt hat. Eine wirklich tolle Innenstadt, eine super Eisdiele und eine offene Kirche. Einen Stempel habe ich dort trotzdem nicht bekommen, denn ich wollte nicht gerade während der Kommunion zum Pastor gehen und fragen ob ich denn bitte einen Stempel für mein Credencial bekommen konnte. Also wieder vom Touri-Büro, denn wer weiss wie lange das hier dauert?

Weiterhin etwas unmotiviert fuhr ich schließlich weiter Bund machte nach fast 68 km Schluss in San Estaban de Pravia, das einen hübschen antiken Hafen aufzuweisen hat, aber die Herberge war grenzwertig wenn auch freundlich.

Statistik: 67,7 km, 1123 hm, Lust echt keine, Walzwerke ohne Ausgang 1