heute morgen war ich  zuerst ganz verwegen und hatte geplant, in die Berge nach Covadonga zu fahren, ein Abstecher abseits vom eigentlichen Camino, ein Pass von 500 m (Höhe) und eine ganze Menge Kilometer, um wieder auf den Camino zu kommen. Covadonga ist ein sehr spanischer Wallfahrtsort, Wikipedia schreibt dies:

„In der Felsenhöhle von Covadonga befand sich schon zur Zeit des Westgotenreichs ein Marienheiligtum. 722 fand dort die Schlacht von Covadonga statt, in welcher Pelayo, der Anführer einer christlichen Streitmacht, einen Sieg über muslimische Truppen errang. Dieser Erfolg gilt als Beginn der Reconquista. Die asturische Chronik des Königs Alfons III. enthält einen Bericht, wonach in dieser Schlacht himmlisches Eingreifen das Marienheiligtum schützte und den Sieg herbeiführte. Daher wurde Covadonga ein Marien-Wallfahrtsort. Der „Jungfrau von Covadonga“ wurde eine Basilika errichtet“

Aber als ich schon am einstieg war, tröpfelte es etwas und der Regenradar sah gar nicht gut aus, so dass mich der Mut verließ und ich den normalen Track weiter fuhr. Bei Nebel hätte ich sowieso nicht so viel von der atemberaubenden Bergwelt gehabt.

Um es vorweg zu sagen: es regnete natürlich nicht an diesem Tag. Aber es war dauernd wolkig, und es sah den ganzen Tag nach Regen aus. Schade, aber es wäre wohl eine wirklich harte Etappe geworden. Ich sollte aber schon noch mein Fett weg bekommen…

Zunächst fuhr ich locker von Rosa weg Richtung Westen und bemerkte wenig später das hier: Wenn hier einer ein Fässchen ausgibt muss das ganze Dorf helfen

Ich fuhr weiter und weiter, fuhr durch den hübschen Touristenort Ribadasella früh morgens vor dem Trubel (nicht das vorteilhafteste Foto…)

Verpasste in Villaviciosa die Öffnungszeit der Touristeninformation um sechs Minuten (wollte dort einen Stempel bekommen) und fuhr weiter nichtsahnend Richtung Gijon (gesprochen ChiChon, mit zweimal CH wie Dach).

Und dann kam das, worüber ich mit Bernhard und Ida noch gewitzelt hatte, ein Pass, den nur die hartgesottensten Mountainbiker wirklich fahren (auf der Fussroute). Ich fuhr zwar auf der Strasse, daher war das Geläuf akzeptabel, aber die 463 Höhenmeter musste auch ich überwinden. Aber es war zumindest pittoresk.
Oben angekommen, das: jemand hatte die Aussicht geklaut 😠

Echt wahr, ich war total im Nebel gelandet und man sah nichts mehr! Zum Glück hab ich auf der anderen Seite die Aussicht wiedergefunden.

… Und fuhr schließlich in Deva, kurz vor Gijon, auf den Campingplatz, der Pilgerbetten anbot, extrem eng und voll, aber zumindest trocken, was sich am nächsten morgen als besonders gut herausstellen sollte.

Statistik: 82 km, 1762 hm, verpasste Gelegenheiten 1, Rache dafür auch 1